Oberrad.
In diesem Jahr fiel das Sommerfest des St. Katharinen-Wohnstiftes größer
und bunter aus als in der Vergangenheit, denn es gab einen runden Geburtstag
zu feiern: Vor genau zehn Jahren eröffnete die Weißfrauen-
und Deutsch-Ordens-Altenpflege GmbH ihre
Pflegestation in der Altenwohnanlage am Goldbergweg. Aus diesem Anlass
luden Pflegeeinrichtung und Wohnanlage zu einem Tag der offenen Tür
mit Führungen, Informationsständen und einem Festprogramm für
Jung und Alt ein.
Mittags ging es bei strahlendem Sonnenschein im Garten der Anlage los: Nach
der Begrüßung der Verwaltungsdirektorin des St. Katharinen- und
Weißfrauenstifts, Erika Pfreundschuh, dankte
Pflegedienst- und Heimleiterin Anne Neiß den
Pflegern für ihren Einsatz während der vergangenen zehn Jahre. Anschließend
hielten Pfarrerin Heike Seidel-Hoffmann und Pater Joschi Mertz eine ökumenische
Andacht. Auf die frommen Lieder folgte ein weltliches Ständchen des Kinderchores
der Grunelius-Grundschule. Ein einziges Kleid, die «himmelblaue
Serenade», bot in verschiedenen Variationen getragen, «genügend
Stoff» für eine ganze Modenschau. Währenddessen bestaunten
die Kinder das Feuerwehrauto der Oberräder Brandschützer oder vergnügten
sich mit den Spielgeräten des Riederwälder Spielmobils. Der Renner
war eindeutig die Seifenkistenbahn, auf der die kleineren Kinder begeistert
durch den Garten sausten.
Ein Höhepunkt des Festes
war sicherlich der Anschnitt des zehn Meter langen Geburtstagskuchens,
der als Geschenk an die zahlreichen Gäste und Bewohner verteilt
wurde. Es gab aber auch Deftiges vom Grill und frischen Apfelmost, den
ein Mitarbeiter der Einrichtung als weitere Attraktion vor den Augen
der Gäste mit einer großen, originalen Apfelpresse kelterte.
Zehn Prozent der Einnahmen aus Essen und Trinken kamen dem Hospiz St.
Katharina zugute. Unter dem Motto «Bewegung für Jung und Alt» führte
am Nachmittag die TSG den etwa 450 Besuchern Trampolinspringen, Jazztanz
und Gymnastik vor.
Auch die Führungen durch Wohnanlage und Pflegestation
stießen auf
reichlich Interesse. Das 1976 erbaute Haus wurde 1992 umfassend renoviert
und verfügt über 71 seniorengerechte Zwei-Zimmer-Wohnungen,
die zwischen 39 und 51 Quadratmeter groß sind. 1994 gründeten
der Deutsche Orden und das St. Katharinen- und Weißfrauenstift
gemeinsam die Weißfrauen-
und Deutsch-Ordens-Altenpflege GmbH, weil abzusehen war, dass die Pflegebedürftigkeit älterer
Menschen stetig steigt und somit der Bedarf an Pflegeeinrichtungen größer
wird. Also baute man die Altenwohnungen im Erdgeschoss des Wohnstiftes zu
einer Station für Schwer- und Schwerstpflegebedürftige um.
Bereits zwei Wochen nach der Einweihung – am 18. September 1995 – waren
die 22 Zimmer der Station voll belegt. Wegen der großen Nachfrage an
Pflegeplätzen erweiterte man die Einrichtung noch einmal. Mittlerweile
gibt es dort 38 Einzelzimmer für pflegebedürftige Senioren. Anders
als das Wohnstift steht die Pflegeeinrichtung auch Männern offen.
Wilfriede Haase wird hier schon seit anderthalb Jahren versorgt und ist sehr
zufrieden mit der Betreuung. Vorher lebte
die 84-Jährige im Katharinen-Wohnstift in Heddernheim. Dann erkrankte sie aber schwer und kam schließlich
nach einem langen Krankenhausaufenthalt in die Pflegeeinrichtung am Goldbergweg. «Ihr
ging es damals wirklich sehr, sehr schlecht», erzählt ihre Tochter
Christa Schmitt, aber durch die gute Pflege habe sich ihre Mutter innerhalb
eines Jahres wieder aufgerappelt. «Die Mitarbeiter hier haben sie so
fit gemacht, dass sie sogar wieder kurze Strecken laufen und selbstständig
auf die Toilette gehen kann.»
Besonders freut die Tochter, dass ihre Mutter nun auch wieder ihrem alten
Hobby, dem Malen, mit großer Begeisterung nachgeht. Das zeigte sich
auch beim Sommerfest: Wilfriede Haase hat dafür extra eine Brücke
gemalt.
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