Frankfurter Neue Presse, Lokales, 20. Sep. 2005  
 Wohnstift: Zum Jubiläum gab’s Riesenkuchen  

Oberrad. In diesem Jahr fiel das Sommerfest des St. Katharinen-Wohnstiftes größer und bunter aus als in der Vergangenheit, denn es gab einen runden Geburtstag zu feiern: Vor genau zehn Jahren eröffnete die Weißfrauen- und Deutsch-Ordens-Altenpflege GmbH ihre Pflegestation in der Altenwohnanlage am Goldbergweg. Aus diesem Anlass luden Pflegeeinrichtung und Wohnanlage zu einem Tag der offenen Tür mit Führungen, Informationsständen und einem Festprogramm für Jung und Alt ein.
Mittags ging es bei strahlendem Sonnenschein im Garten der Anlage los: Nach der Begrüßung der Verwaltungsdirektorin des St. Katharinen- und Weißfrauenstifts, Erika Pfreundschuh, dankte Pflegedienst- und Heimleiterin Anne Neiß den Pflegern für ihren Einsatz während der vergangenen zehn Jahre. Anschließend hielten Pfarrerin Heike Seidel-Hoffmann und Pater Joschi Mertz eine ökumenische Andacht. Auf die frommen Lieder folgte ein weltliches Ständchen des Kinderchores der Grunelius-Grundschule. Ein einziges Kleid, die «himmelblaue Serenade», bot in verschiedenen Variationen getragen, «genügend Stoff» für eine ganze Modenschau. Währenddessen bestaunten die Kinder das Feuerwehrauto der Oberräder Brandschützer oder vergnügten sich mit den Spielgeräten des Riederwälder Spielmobils. Der Renner war eindeutig die Seifenkistenbahn, auf der die kleineren Kinder begeistert durch den Garten sausten.
Ein Höhepunkt des Festes war sicherlich der Anschnitt des zehn Meter langen Geburtstagskuchens, der als Geschenk an die zahlreichen Gäste und Bewohner verteilt wurde. Es gab aber auch Deftiges vom Grill und frischen Apfelmost, den ein Mitarbeiter der Einrichtung als weitere Attraktion vor den Augen der Gäste mit einer großen, originalen Apfelpresse kelterte. Zehn Prozent der Einnahmen aus Essen und Trinken kamen dem Hospiz St. Katharina zugute. Unter dem Motto «Bewegung für Jung und Alt» führte am Nachmittag die TSG den etwa 450 Besuchern Trampolinspringen, Jazztanz und Gymnastik vor.
Auch die Führungen durch Wohnanlage und Pflegestation stießen auf reichlich Interesse. Das 1976 erbaute Haus wurde 1992 umfassend renoviert und verfügt über 71 seniorengerechte Zwei-Zimmer-Wohnungen, die zwischen 39 und 51 Quadratmeter groß sind. 1994 gründeten der Deutsche Orden und das St. Katharinen- und Weißfrauenstift gemeinsam die Weißfrauen- und Deutsch-Ordens-Altenpflege GmbH, weil abzusehen war, dass die Pflegebedürftigkeit älterer Menschen stetig steigt und somit der Bedarf an Pflegeeinrichtungen größer wird. Also baute man die Altenwohnungen im Erdgeschoss des Wohnstiftes zu einer Station für Schwer- und Schwerstpflegebedürftige um.
Bereits zwei Wochen nach der Einweihung – am 18. September 1995 – waren die 22 Zimmer der Station voll belegt. Wegen der großen Nachfrage an Pflegeplätzen erweiterte man die Einrichtung noch einmal. Mittlerweile gibt es dort 38 Einzelzimmer für pflegebedürftige Senioren. Anders als das Wohnstift steht die Pflegeeinrichtung auch Männern offen.
Wilfriede Haase wird hier schon seit anderthalb Jahren versorgt und ist sehr zufrieden mit der Betreuung. Vorher lebte die 84-Jährige im Katharinen-Wohnstift in Heddernheim. Dann erkrankte sie aber schwer und kam schließlich nach einem langen Krankenhausaufenthalt in die Pflegeeinrichtung am Goldbergweg. «Ihr ging es damals wirklich sehr, sehr schlecht», erzählt ihre Tochter Christa Schmitt, aber durch die gute Pflege habe sich ihre Mutter innerhalb eines Jahres wieder aufgerappelt. «Die Mitarbeiter hier haben sie so fit gemacht, dass sie sogar wieder kurze Strecken laufen und selbstständig auf die Toilette gehen kann.»
Besonders freut die Tochter, dass ihre Mutter nun auch wieder ihrem alten Hobby, dem Malen, mit großer Begeisterung nachgeht. Das zeigte sich auch beim Sommerfest: Wilfriede Haase hat dafür extra eine Brücke gemalt.